* (Bezirks-)Apostel von 1913 bis 1928
Lebensdaten
- geboren am 14. Februar 1867 in Hermannsburg (Hannover), Preußen
- gestorben am 16. August 1928 in Kapstadt, Südafrikanische Union (61)
Amtstätigkeit
- 1903: Evangelist-Diakon durch Apostel Carl Georg Klibbe (35/36)
- 1906: Evangelist-Priester durch Apostel Carl Georg Klibbe (38/39)
- 1910: Bischof durch Apostel Carl Georg Klibbe (42/43)
- 1912: Bezirksältester durch Apostel Carl Georg Klibbe (44/45)
- 21. September 1913: Bezirksapostel durch Stammapostel Hermann Christoph Niehaus in Quelle (Westfalen), Preußen (46)
Arbeitsbereich
Zuständige(r) Stammapostel
- Hermann Christoph Niehaus (1913 bis 1928)
Aus seinem Leben
G. H. W. Schlaphoff wuchs in Hermannsburg auf. Im Alter von sieben Jahren verlor er seinen Vater. Dadurch geriet die Familie in wirtschaftliche Not. Im Anschluss an seine Schulausbildung, erlernte er den Beruf eines Schuhmachers und legte erfolgreich die Meisterprüfung ab. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage konnte er sich jedoch keine Existenz aufbauen.
Im Jahr 1890 wanderte er nach Südafrika aus und fand eine neue Heimat in East London, wo er auch eine Schuhmacherei eröffnete und erfolgreich betrieb. Dort lernte er 1901 die erste neuapostolische Gemeinde in Südafrika kennen. Im Jahr 1902 wurde die gesamte Familie durch Apostel C. G. Klibbe versiegelt. 1903 sandte ihn Apostel C. G. Klibbe nach Kapstadt, um dort Gemeinden aufzubauen. Zunächst fanden die Wohnung in der Wohnung Schlaphoffs statt, später dann in einem Mietlokal und ab 1906 im ersten eigenen Kirchengebäude Afrikas, Claremont. Da Schlaphoff in deutscher Sprache predigte, sprachen die Nachbarn von der "deutsch-apostolischen Kirche". Später wurden die Gottesdienste auch in englischer und holländischer Sprache gefeiert, was ihm jedoch sehr schwerfiel. Von hier aus wurden etliche weitere Gemeinden gegründet und im Jahr 1910 wurde die Kirche als "The New Apostolic Church (Africa)" offiziell registriert.
Nachdem er im Jahr 1910 als Bischof ordiniert war, wurde er im Jahr 1912 wieder als Bezirksältester eingesetzt, dies ist wohl auf Lehrdifferenzen zwischen dem Apostel C. G. Klibbe, der am 1. Januar 1913 des Amtes enthoben wurde bzw. sich von der Aposteleinheit trennte, zurückzuführen.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird er als gebürtiger Deutscher interniert. Einige Jahre später kam er wieder frei, ihm wurden aber bis zum Ende des Krieges strikte Reisebeschränkungen auferlegt.
Im Jahr 1926 kam es zum offiziellen Rechtsstreit bezüglich des Namens der Kirche vor dem Obersten Gerichtshof Südafrikas. Bedingt durch einen Vergleich benannte C. G. Klibbe seine Gemeinschaft in "Old Apostolic Church" um. Im Jahr 1928 wurde Schlaphoffs Kirche dann in "New Apostolic Church (Africa)" umbenannt.
Während einer Rundreise erkrankte er im August 1928 in Johannesburg, wo bereits durch eine Weissagung auf seinen Tod hingewiesen wurde. Er starb schließlich in den Armen seiner Ehefrau nach kurzer Krankheit ohne Pein.
Die Trauerfeier fand am 26. August 1928 in Claremont statt, anschließend wurde auf dem Hauptfriedhof Woltemade Nr. 4 bestattet. Laut einem Zeitungsbericht sollen schon vor der Feier 40 Privatfahrzeuge und 20 Omnibusse gemietet worden sein, damit die Trauernden von der Kirche zum Friedhof befördert werden konnten. Am Folgetag der Trauerfeier wurde von etwa 2.000 Anwesenden berichtet, der Leichenzug sei über zwei Meilen lang gewesen und habe aus ca. 200 Privatfahrzeugen und 40 Omnibussen bestanden. Beide Veranstaltungen wurden von Evangelist H. F. Schlaphoff, seinem Sohn durchgeführt.
G. H. W. Schlaphoff hinterließ seine Ehefrau, zwei Töchter und sechs Söhne.
Aus seiner Feder (Auszug)
- Meine Lieben! (aus "Wächterstimme aus Zion" 2/1924, S. 9)
G. H. W. Schlaphoff
21. September 1913
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