* Hilfsapostel von 1935 bis 1938
* Bezirksapostel von 1938 bis 1948 und 1950 bis 1955
* Stammapostelhelfer von 1948 bis 1950
Lebensdaten
- geboren am 30. September 1899 in Rheydt (Rheinprovinz), Preußen
- gestorben am 17. November 1986 in Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen (87)
Amtstätigkeit
- 6. Januar 1920: Unterdiakon in Düsseldorf durch Stammapostel Hermann Christoph Niehaus (20)
- 9. Mai 1921: Priester durch Stammapostel Hermann Christoph Niehaus (21)
- 22. Mai 1922: Evangelist durch Stammapostel Hermann Christoph Niehaus (22)
- 9. Dezember 1923: Gemeindeältester (24)
- 5. August 1924: Bezirksältester (24)
- 12. Mai 1933: Bischof durch Stammapostel Johann Gottfried Bischoff (33)
- 31. März 1935: Hilfsapostel in Düsseldorf-Flingern (35)
- 6. November 1938: Bezirksapostel durch Stammapostel Johann Gottfried Bischoff (39)
- 1. August 1948: Stammapostelhelfer durch Stammapostel Johann Gottfried Bischoff in der Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld (48)
- 25. November 1950: Rücktritt von der Funktion als Stammapostelhelfer; weiterhin als Bezirksapostel tätig (51)
- 23. Januar 1955: Amtsenthebung und Kirchenausschluss (55)
- 24. Januar 1955: Apostel in der Apostolischen Gemeinschaft
- 5. April 1970: Ruhesetzung in der Apostolischen Gemeinschaft
Arbeitsbereich
Zuständige(r) Bezirks- bzw. Stammapostel
- Paul Dach (1935 bis 1938)
- Johann Gottfried Bischoff (1938 bis 1955)
Aus seinem Leben
Peter Kuhlen wurde am 30. September 1899 in Rheydt am Niederrhein geboren und wuchs im evangelischen Glauben auf. Im Alter von 11 Jahren starb der Vater. Als 15-jähriger begann er eine kaufmännische Lehre in einer Weberei und erhielt hier durch seinen Bürovorsteher nach langer Zeit der Glaubensgespräche und des Bibelstudiums die erste Einladung in die Neuapostolische Kirche. Am 26. September 2015 wurde er vom Bezirksältesten P. Dach in Krefeld aufgenommen, schließlich wurde er am 10. Oktober 1915 wurde er von Stammapostel H. C. Niehaus versiegelt.
1920 wurde P. Kuhlen zum Unterdiakon ordiniert, ein Jahr später zum Priester. Nach seiner Heirat mit der ältesten Tochter des Bezirksältesten P. Dach am 8. März 1922, sagte ihm Stammapostel H. C. Niehaus, der die Trauung durchführte: "In Sturm und Wetter ist Gott dein Retter!" - während des Gottesdienstes tobte ein starker Sturm, der großen Schaden in Düsseldorf und Umgebung anrichtete. Nachdem P. Kuhlen noch als Evangelist, Gemeindeältester, Bezirksältester und Bischof den neuapostolischen Christen des Rheinlands gedient hatte, empfing er am 31. März 1935 das Apostelamt. Als Bezirksapostel P. Dach am 6. November 1938 in den Ruhestand trat, übertrug Stammapostel J. G. Bischoff dem 39-jährigen P. Kuhlen die Leitung des Düsseldorfer Apostelbezirkes.
P. Kuhlen übernahm den Apostelbezirk in schwerer Zeit: Ein Jahr nach seiner Ordination zum Apostel begann der Zweite Weltkrieg und brachte viel Leid in das Rheinland. Hinzu kam eine Mehrbelastung durch die Leitung des Apostelbezirks Westfalen. Auf Bitten des Stammapostels betreute Bezirksapostel Kuhlen die dortigen Gemeinden nach dem Tod von Bezirksapostel H. D. Magney. Dieser war am 5. Mai 1943 bei einem Bombenangriff auf Dortmund ums Leben gekommen. Sein Nachfolger, Bezirksapostel H. Schüring, verstarb am 1. Februar 1944, als er nach sieben Monaten im Amt einen tödlichen Herzinfarkt erlitt. Somit leitete Bezirksapostel Kuhlen erneut zwei Apostelbezirke, bis W. Schmidt am 19. September 1948 als Bezirksapostel die östlichen Gemeinden Nordrhein-Westfalens übernahm. Am Tag vor Pfingsten 1943 wurde das Haus der Familie durch einen Brand vollkommen zerstört.
Eine große Leistung von Bezirksapostel Kuhlen war unter anderem auch der schnelle Wiederaufbau und die Neustrukturierung der Neuapostolischen Kirche in Nordrhein-Westfalen nach Ende des Krieges.
Der 1. August 1948 war ein besonderer Tag für die Neuapostolische Kirche. Aus Anlass des 100. Geburtstags des verstorbenen Stammapostels H. C. Niehaus am 28. Juli hatte sein Nachfolger J. G. Bischoff alle europäischen Apostel nach Bielefeld eingeladen. In der Rudolf-Oetker-Halle feierte der Stammapostel einen Gottesdienst im feierlichen Gedenken an diesen Pionier der Neuapostolischen Kirche. Am Ende des Gottesdienstes ordinierte der Stammapostel P. Kuhlen zu seinem Helfer. Der Stammapostel sagte dazu unter anderem: "Ihr wisst ja, dass ich kein Jüngling mehr bin. [...] Und da kam eben doch die Frage: Wer soll, wenn ich vom Herrn abberufen werde, die Führung des Werkes übernehmen? Die Apostel traten vor einiger Zeit dieserhalb an mich heran und haben den Apostel Kuhlen als meinen zukünftigen Nachfolger vorgeschlagen. [...] Solange ich noch da und arbeitsfähig bin, ist er mein Helfer. In dem Augenblick aber, wo ich infolge Krankheit oder sonstwie vom Herrn abberufen werde, tritt er ohne weiteres an meine Stelle."
Zwei Jahre nach seiner Ordination trat P. Kuhlen am 25. November 1950 vom Amt des Stammapostelhelfers und designierten Stammapostels zurück und wirkte wieder als Bezirksapostel für das Rheinland. In einem Schreiben an Stammapostel J. G. Bischoff begründete er seine Entscheidung damit, dass er sich der Schwere der zukünftigen Aufgabe eines Stammapostels nicht gewachsen fühle.
Auf Grund von Lehrdifferenzen mit dem Stammapostel wurde P. Kuhlen, gemeinsam mit den Aposteln S. Dehmel und E. F. Dunkmann, am 23. Januar 1955 seines Amtes als Bezirksapostel enthoben und aus der Neuapostolischen Kirche ausgeschlossen. Etwa 10.000 Gläubige, insbesondere aus dem Rheinland, folgten ihm in die von ihm gegründete „Apostolische Gemeinde“. Im Jahr 1956 war er Mitbegründer der "Vereinigung der Apostel der Apostolischen Gemeinde" (VAG) und war bis zu seinem Ruhestand 1970 deren Vorsitzender.
Am 7. März 1982 feierte das Ehepaar Kuhlen das Fest der diamantenen Hochzeit in der VAG-Kirche Düsseldorf-Mitte, in der es seit seiner Ruhesetzung die Gottesdienste besuchte.
Am 17. November 1986 starb P. Kuhlen im Alter von 87 Jahren in Düsseldorf. Die Trauerfeier fand auf dem Nordfriedhof Düsseldorf statt und wurde vom VAG-Apostel R. Gaßmeyer im Beisein weiterer Apostel der VAG durchgeführt. Er stellte die Trauerfeier unter das Wort aus 2. Timotheus 4, 7.8: "Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir aber allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebhaben" und Johannes 12, 25.26: "Wer sein Leben liebhat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt haßt, der wird's erhalten zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren."
Der Bruch der Kirche führte teilweise mitten durch die Familien und Gemeinden. Im Kleinen gab es jedoch Beispiele dafür, dass auch Freundschaften erhalten blieben, so war der spätere Bezirksapostel H. Engelauf zeitlebens ein Freund von Werner Kuhlen, dem Sohn von P. Kuhlen.
Stammapostel R. Fehr begann in den späten 1990er-Jahren den Beginn der Versöhnung der Neuapostolischen Kirche mit den weiteren apostolischen Gemeinschaften. Der Kurs wurde durch die Stammapostel W. Leber und J.-L. Schneider fortgeführt (nähere Informationen unter "Downloads").
Aus seiner Feder (Auszug)
- Ein denkwürdiger Tag aus meinem Leben (aus dem Kalender "Unsere Familie" 1936, S. 67)
- Die Stimme des guten Hirten (aus dem Kalender "Unsere Familie" 1936, S. 68)
- Bündnistreue (aus dem Kalender "Unsere Familie" 1940, S. 78)
- Beschriebene Herzen (aus "Wächterstimme" 5/1940, S. 19)
- Kampf (aus "Wächterstimme" 15/1940, S. 61)
- Geduldig sein bis auf die Zukunft des Herrn aus dem "Jugendfreund" 1951/52, S. 4)
- "Das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch" (aus dem "Jugendfreund" 1951/52, S. 14)
- Säen und ernten (aus dem "Jugendfreund" 1951/52, S. 19)
- Kein Preis ohne Mühe (aus dem "Jugendfreund" 1951/52, S. 37)
- Sicherheit! (aus dem "Jugendfreund" 1951/52, S. 60)
- Entschiedene Haltung (aus dem "Jugendfreund" 1953, S. 38)
- Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes (aus dem "Jugendfreund" 1953, S. 74)
- Irdisches zum Verständnis des Himmlischen (aus dem Kalender "Unsere Familie" 1954, S. 57)
- Wer ist der Größte? (aus dem Kalender "Unsere Familie" 1951)
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