* Bezirksapostel von 1946 bis 1948
Lebensdaten
- geboren am 8. November 1886 in Meppel, Niederlande
- gestorben am 22. Mai 1948 (61)
Amtstätigkeit
- 11. Januar 1914: Unterdiakon (27)
- 15. April 1917: Diakon (30)
- 1920: Priester (33/34)
- 3. April 1932: Hirte (45)
- 4. März 1933: Bezirksältester durch Bezirksapostel Johannes Hendrik van Oosbree in Amsterdam, Niederlande (46)
- 30. Juni 1946: Bezirksapostel durch Bezirksapostel Ernst Güttinger in Amsterdam, Niederlande (59)
Arbeitsbereich
Zuständige(r) Stammapostel
- Johann Gottfried Bischoff (1946 bis 1948)
Aus seinem Leben
(Mit freundlicher Genehmigung des Bischoff Verlages. Entnommen aus der Loseblattsammlung „Apostel der Endzeit“. © Verlag Friedrich Bischoff GmbH, Neu-Isenburg)
Berend Frederik Paasman Berend Frederik Paasman erblickte am 8. November 1886 in Meppel/Niederlande das Licht der Welt. Als ältestes Kind einer großen Familie mußte er schon früh seinem Vater in dessen Baugeschäft tüchtig helfen, damit der Lebensunterhalt erworben werden konnte. So war seine Jugendzeit von mancher Sorge überschattet.
Verschiedene mißliche Vorfälle erweckten schon frühzeitig in B. F. Paasman das Verlangen, dem Herrn zu dienen. Gott sieht das Herz an, und so kam er auch dieser suchenden Seele zu Hilfe; er fügte die Wege so, daß der junge Paasman die Gottesdienste der Neuapostolischen Gemeinde kennenlernte. Hier nun fand er Ruhe und Frieden für seine Seele.
Am 8. Juni 1910 wurde B. F. Paasman versiegelt. Gleich zu Anfang seiner Gotteskindschaft meldete er sich zur Zeugenarbeit. Für diese Arbeit opferte er seine freie Zeit. Eine Zeitlang leitete er als Dirigent den Chor. Am 11. Januar 1914 gab ihm der Apostel das Unterdiakonenamt und am 15. April 1917 wurde er zum Diakon gesetzt. Die Arbeit von Bruder Paasman innerhalb und außerhalb der Gemeinde war mit Segen und Erfolg gekrönt. Die ihm von Gott verliehenen Gaben und Talente blieben nicht verborgen. An dem strebsamen Mann erfüllte sich aber auch das Wort Jesu: "Eine jegliche Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jegliche, die da Frucht bringt, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht bringe" (Johannes 15, 2). Unter der Pflege der Brüder entfaltete sich sein Geistesleben aufs trefflichste; so vertraute ihm der Apostel im Jahre 1920 das Priesteramt an. In diesem Amt wirkte Bruder Paasman sehr segensreich nicht nur in seinem Wohnort Leeuwarden, sondern auch in ganz Friesland. Später arbeitete er noch in den Provinzen Drenthe und Groningen für den Herrn. Im Jahre 1930 wurde er Vorsteher der Gemeinde Leeuwarden. Die Amtsbrüder suchten mit ihm ein inniges Einssein, was reichen Segen auslöste. Wo in Gottes Werk Glaube, Liebe, Demut, Einheit und Eifer vorhanden sind, ruht Gottes Wohlgefallen auf allem Vornehmen. Die Gemeinde hing voll und ganz an ihrem Vorsteher, denn die Gotteskinder sahen dessen Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit.
Am 3. April 1932 empfing er das Hirtenamt. Damit wurden noch einige umliegende Gemeinden unter seine Hand gestellt. Ein größerer Arbeitskreis bringt neue Aufgaben, er gibt aber auch wertvolle Erfahrungen. In allem hielt sich Gott zu seinem wackeren Streiter, der stets bemüht war, hinzuzulernen. Im Jahr 1933 erhielt er das Bezirksältestenamt und alle Gemeinden im Norden Hollands wurden seiner Pflege und Fürsorge anvertraut. Auch in diesem hohen Amt zeigte sich der Segen Gottes. Seine dienende Liebe gewann ihm alle Herzen. Freudig blickte er auf die vielen Amtsträger, die ihm treulich bei der großen Arbeit halfen. Ein rechter Diener sucht nicht das Seine, sondern das, was seines Herrn ist! Und weil Bruder Paasman nach diesem Grundsatz arbeitete, wurde er vom Volk Gottes geliebt und von Gott gesegnet.
Am 30. Juni 1946 faßte die Apostelversammlung in Frankfurt am Main den einheitlichen Beschluß, dem bisherigen Bezirksältesten Paasman das Apostelamt anzuvertrauen und ihm alle neuapostolischen Gemeinden in den Niederlanden zur Pflege zu unterstellen. Im Auftrag des Stammapostels Bischoff sollte der Bezirksapostel Ernst Güttinger die damit verbundene Handlung vollziehen. Die Amtseinsetzung erfolgte am Sonntag, dem 21. Juli 1946, in einem segensreichen und feierlichen Gottesdienst in Amsterdam. Damit wurde die Lücke geschlossen, die der Ruhestand des Apostels Jochems geschaffen hatte.
Nicht lange konnten sich die Gotteskinder in den Niederlanden ihres Apostels erfreuen. Gott rief ihn ganz überraschend und unerwartet am 22. Mai 1948 zu sich.
Ergänzende Angaben, die in einem Artikel auf "nak-nl.org" (s. Link und unter "Dokumente") nachzulesen sind:
B. F. Paasman war der Sohn des Stuckateurs Kier Paasman und dessen Frau Grietje Friskus. Zur Familie gehörten zehn Kinder, von denen eines bereits nach zwei Monaten verstarb. Arbeitsbedingt musste die Familie häufig umziehen, so wohnten sie unter anderem in Kampen, Heerenveen und Joure. Drei Söhne führten K. Paasmans Geschäft später weiter, darunter B. F. und Koop, welcher an vielen Kirchen in den Niederlanden und in Deutschland arbeitete. Seit 1910 wohnte die Familie in Leeuwarden, wo sie auch die Neuapostolische Gemeinde kennenlernte.
B. F. sei durch dessen Bruder Marten in die Kirche eingeladen worden. Als B. F. am Heiligen Abendmahl teilnahm, fand Marten das nicht angebracht. B. F. antwortete darauf: "Wenn der Priester mich abgewiesen hätte, wäre ich nicht zurückgekommen. Jetzt bleibe ich!"
Am 30. Mai 1914 heiratete er Cornelia Cnossen, am selben Tag heiratete auch sein Bruder Marten Catharina Sternsdorff und seine Schwester Hillgje Doije Poorte aus der Gemeinde Scherpenzeel.
Er sei schlicht und ehrlich gewesen, andererseits auch mal jähzornig, jedoch nicht beleidigend.
Gemeinsam mit den Bezirksältesten G. Kamphuis, Smit und van Asperen stand er der Lehre, die Bezirksapostel J. H. van Oosbree umzusetzen versuchte, sehr kritisch gegenüber. Er stand weiterhin zum Stammapostel und erkannte Apostel J. Jochems als den rechtmäßigen Nachfolger Bezirksapostel J. H. van Oosbrees an.
Nach dem Tod des Bezirksapostels wurde am 22. April 1946 dessen testamentarische Nachfolge verlesen. Anwesend waren Bischof Schurink sowie die Bezirksältesten Slok, Hartman, Smit und Wildschut. Der Bezirksälteste Elbers war "plötzlich erkrankt" und die Bezirksältesten G. Kamphuis und B. F. Paasman hatten sich nicht einmal abgemeldet. War dies ein stiller Protest gegen die Wende der Ereignisse?
B. F. Paasmans kurze Zeit als Bezirksapostel war geprägt von der Spaltung durch den Tod des Bezirksapostels J. H. van Oosbree und den daraus resultierenden Auseinandersetzungen, Anfechtungen und Anklagen.
Nach seinem unerwarteten Tod wurde B. F. Paasman auf dem Friedhof in Huizum bei Leeuwarden beigesetzt. In einer am 29. Mai 1948 erschienenen Zeitschrift wurde unter anderem berichtet, dass er aufgrund Thrombosen in beiden Beinen und einer Lungenentzündung verstorben sei. Mehrere tausend Teilnehmende seien bei der Beerdigung anwesend gewesen.
In dem Artikel auf "nak-nl.org" steht sinngemäß, dass er geradlinig gewesen sei. Sein etwas schroffes Auftreten habe manchmal dazu geführt, dass Kinder Angst vor ihm hatten oder zumindest große Ehrfurcht. Es werde erzählt, dass ein kleiner Junge in der Gemeinde Leeuwarden während des Gottesdienstes auf die Toilette musste. Sein Vater sei mit ihm hinausgegangen und habe bei der Rückkehr zu hören bekommen: "Dieses Gezappel und Gejammer muss aufhören." Als der empörte Vater nach dem Gottesdienst um Wiedergutmachung gebeten habe, sei ihm gesagt worden: "Ich musste etwas sagen, und ich dachte, Sie könnten damit umgehen."
B. F. Paasman wohnte über der Kirche in Leeuwarden und versteckte während des Zweiten Weltkriegs einige Menschen. Aber auch deutsche Brüder im Militärdienst seien regelmäßig zu Besuch gewesen, von denen so mancher von den Versteckten wusste. Als einer der Brüder bemerkte, dass er das anzeigen könnte, sagte B. F. Paasman zu ihm: "Dann sollten Sie das tun!"
Zu dieser Zeit war es schwer, Brennstoffe zu erhalten. Ein im Gaswerk arbeitender Glaubensbruder habe regelmäßig Koks mit nach Hause gebracht, welches B. F. Paasman abends mit seiner Aktentasche abholte.
Am Tag der Kapitulation habe B. F. Paasman spontan einen Dankgottesdienst mit Feier des Heiligen Abendmahls durchgeführt, allerdings nur für sich, da er niemandem etwas davon gesagt habe.
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