* Apostel von 1989 bis 2003
Lebensdaten
- geboren am 4. Februar 1938 in Miraj (Maharashtra), Britisch-Indien
- gestorben am 17. Januar 2024 in Pune (Maharashtra), Indien (85)
Amtstätigkeit
- 17. Dezember 1979: Priester durch Apostel Vinajkumar Prabhadar Gorde (41)
- 6. Juni 1984: Hirte (46)
- 4. März 1988: Bezirksältester (50)
- 10. September 1989: Apostel durch Stammapostel Richard Fehr in der Walter-Köbel-Halle Rüsselsheim, Hessen (51)
- 9. Februar 2003: Ruhesetzung durch Bezirksapostel Leslie Latorcai in Hyderabad, Indien (65)
Arbeitsbereich
- Teile Indiens (Maharashtra)
Zuständige(r) Bezirksapostel
- Michael Kraus (1989 bis 1994)
- Erwin Wagner (1994 bis 2002)
- Leslie Latorcai (2000 bis 2003)
Aus seinem Leben
(Mit freundlicher Genehmigung des Bischoff Verlages. Entnommen aus der Loseblattsammlung „Apostel der Endzeit“. © Verlag Friedrich Bischoff GmbH, Neu-Isenburg)
„Am 4. Februar 1938 wurde ich in der Stadt Miraj in Maharashtra (Indien) geboren. Meine Eltern waren überzeugte Christen, die uns beten, opfern und in die Kirche gehen lehrten. Ich erinnere mich noch daran, als ich ein kleiner Junge war: Wir hatten damals wenig zu essen, doch wenn mein Vater mit seinem Lohn nach Hause kam, legte meine Mutter als erstes das Geld zur Seite, das sie in der Kirche opfern wollte.
Meinen Eltern bin ich noch immer dankbar, daß sie mir eine Schulausbildung ermöglichten. Nach ihrem Abschluß trat ich 1954 in die Armee ein, die einzige ‚Anstellung‘, die ich zu jener Zeit finden konnte. Während der Dienstzeit wurde ich bei einer Fahrt mit dem Jeep in einen Unfall verwickelt und erlitt schwere Verletzungen. Als ich aus meiner Bewußtlosigkeit erwachte, stellte ich fest, daß ich kein Gefühl in meiner rechten Hand hatte und sie auch nicht mehr bewegen konnte. Für mehrere Monate bekam ich einen Gips angelegt, nachdem er jedoch entfernt war, konnte ich die Hand noch immer nicht bewegen. So beschlossen die Ärzte eine Amputation. Meine Erziehung hatte mich gelehrt, mein Vertrauen in Gott und nicht auf Menschen zu setzen, deshalb lehnte ich diesen Eingriff ab. Daraufhin wurde ich nach Hause entlassen. Ich begann zu beten, daß ich dem lieben Gott dienen wollte, wenn er mir die Hand erhielte. Schon in der ersten Woche nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus konnte ich die Hand etwas bewegen. Ich betete weiter, und nach einigen Monaten war die Behinderung völlig behoben.
Bald darauf lernte ich Asha, ein gottesfürchtiges Mädchen, kennen. Wir heirateten am 1. September 1957. Unsere Ehe wurde mit zwei Söhnen und einer Tochter gesegnet. Zu unserem Leidwesen starb unser ältester Sohn im Alter von 16 Jahren. Als es in meiner Heimatstadt immer schwerer wurde, für meine Familie zu sorgen, suchte ich mir Arbeit in Pune und später in Bombay.
Ich entsinne mich für einige Augenblicke meiner Jugendzeit in Miraj. Ich besaß einen Freund, Vinaykumar, der mich sehr oft in Biblischer Geschichte unterrichtet hatte. Nun, in Bombay, wohnte ich in einem engen, dunklen Raum, bis ein Freund mir eine kleine ordentliche Herberge empfahl, wo ich ein sauberes Bett bekam. Im gleichen Raum, einige Betten weiter, sah ich einen Mann, der in einer kleinen Zeitschrift las, die den Titel ‚Word of Life‘ trug (die ‚Leitgedanken‘ in englischer Sprache). Als ich mir jenen Mann näher betrachtete, erkannte ich meinen Freund Vinaykumar Gorde. Die Freude über unsere Begegnung war für uns beide groß. Er erzählte mir, was sich in der Zwischenzeit zugetragen hatte und daß er Gott als ein Apostel Jesu Christi diene. Wir unterhielten uns die ganze Nacht hindurch bis zum nächsten Morgen um 10 Uhr über die Jesu- und Apostellehre. Dann, am 12. Juli 1978 versiegelte mich der Apostel V. P. Gorde in Bombay.
Doch wieder einmal wurde ich hart geprüft; ich erkrankte sehr schwer und kehrte deshalb für sechs Monate nach Pune zurück. Die Ärzte machten mir keine Hoffnung. Unser himmlischer Vater aber hatte andere Pläne; er ließ mich wieder gesunden. Während meiner Krankheitszeit nutzte ich jede sich bietende Gelegenheit, allen, mit denen ich in Pune ins Gespräch kam, Zeugnis zu bringen. So konnte ich 103 Seelen sammeln, die der Apostel V. P. Gorde am 17. Dezember 1979 versiegelte. An diesem Tag setzte er mich ins Priesteramt. Seit dieser Zeit weihe ich mein Leben ganz dem Herrn und diene mit Freuden den Kindern Gottes. Später empfing ich noch folgende Ämter:
06. 06. 1984 Hirte
04. 03. 1988 Bezirksältester
Unser himmlischer Vater hat unsere Arbeit und alle Bemühungen in der Missionstätigkeit gesegnet, so daß sein Werk in dem Gebiet von Pune in den letzten zehn Jahren ein gewaltiges Wachstum verzeichnen konnte.
Meine Muttersprache ist Marathi; es kommt mir im Werk Gottes aber zugute, daß ich auch Hindi, Gujarathi und Englisch spreche.
Es fiel mir immer leicht, meinen Segensträgern im Glauben, in Aufrichtigkeit und Gottesfurcht zu folgen. Ich weiß, daß ich nur so den Segen unseres himmlischen Vaters erlange, der in seiner Liebe und Gnade auch mit mir und meiner Familie war. Nun hat mich der Stammapostel Fehr am 10. September 1989 in Rüsselsheim/Bundesrepublik Deutschland, als Apostel Jesu ausgesondert. Es ist mein Wunsch und mein Streben, im Sinn und Geist unseres Stammapostels und meines Bezirksapostels bis zu dem großen und herrlichen Tag zu arbeiten, an dem der Herr Jesus wiederkommen und uns zu sich nehmen wird.“
Bezirksapostel L. Latorcai versetzte Apostel D. D. Budhgaonkar am 9. Februar 2003 in Hyderabad (Indien) in den Ruhestand und dankte dabei dem Apostel für seine langjährige Tätigkeit als Knecht Gottes. Er habe oft die Formulierung "Did you get it" (auf Englisch) bzw. "Ala Ka Lakshyat" (auf Marathi) verwendet. Dieser Satz sei keine Formalität gewesen, sondern sein echtes Engagement, sich absolute Klarheit zu verschaffen, bevor er weitermachte. Er habe oft die Notwendigkeit betont, sich im Leben durch Gott führen zu lassen, auch inmitten persönlicher Herausforderungen. Ebenso sei er dafür bekannt gewesen, dass er auch in späteren Jahren gerne alleine mit dem Fahrrad reiste, um unabhängig zu sein.
D. D. Budhgaonkar verstarb nach längerer Krankheit an einem Herzstillstand, er hinterlässt seine Tochter.. Die Trauerfeier fand wenige Tage nach seinem Heimgang statt und wurde von Bischof M. Ghumare durchgeführt. Er würdigte den Verstorbenen für sein unterschütterliches Engagement, seine Disziplin und seine zentrale Rolle bei der Gründung von Gemeinden in Pune und Dang sowie für die Führung der Amtsträger, sein treues Dienen und die Förderung des Wachstums der Kirche. Evangelist S. Arepag wies in seinem Mitdienen auf die Fähigkeit des Verstorbenen hin, abgelegene und unterversorgte Gebiete zu erreichen, unabhängig von den teilweise rauen Wetterbedingungen. Priester N. Raje sprach über die glühende Leidenschaft und den Eifer des Apostels für Gott und verglich ihn mit einem "Donnersturm", dessen Werke immer wirkungsvoll gewesen seien. Auch er betonte nochmals, wie konsequent der Apostel in seinem Glaubensleben gewesen sei, so habe er trotz seines fortgeschrittenen Alters immer an den Gottesdiensten teilgenommen, wenn dies sein Gesundheitszustand zugelassen habe. Priester Awachite bezeugte die durch den Apostel erhaltene Führung.
Im Nachruf der NAC India steht unter anderem, dass er oft die Notwendigkeit, das Leben nach der göttlichen Führung zu leben, betont habe - auch inmitten persönlicher Herausforderungen. Apostel Paulus habe Christus nicht verlassen, um sein eigenes Werk zu tun, sondern habe nach dem Willen Gottes gelebt. D. D. Budhgaonkar sagte dazu: "Auch ich muss mein Leben danach ausrichten". Das geistige Leben des Apostels habe viele dazu inspiriert, die Komplexität des Lebens mit Glauben und Widerstandskraft zu meistern.
D. D. Budhgaonkar
10. September 1989
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