Die Neuapostolische Kirche hat einen neuen Stammapostel: Im Pfingstgottesdienst hat Amtsinhaber Jean-Luc Schneider seinen Nachfolger Helge Mutschler ordiniert.
Mit der Ordination übernimmt Helge Mutschler die geistliche Leitung der weltweiten Kirche. Im Anschluss wurde Stammapostel Schneider nach 13 Jahren im Amt in den Ruhestand versetzt. Der Gottesdienst in Kapstadt (Südafrika) wurde weltweit übertragen und von Hundertausenden neuapostolischen Christen rund um den Globus mitverfolgt
Von Pfingsten zu Pfingsten vorbereitet
„Nimm hin die Vollmacht, den Petrusdienst auszuüben“, sagte Stammapostel Schneider bei der Ordination seines Nachfolgers. Verbunden damit richtete er den Wunsch an den neuen Kirchenleiter: „Führe uns zu Jesus Christus, bring uns ihm immer näher.“
Der Wechsel in der Kirchenleitung war frühzeitig vorbereitet worden. Bereits an Pfingsten 2025 hatte Stammapostel Schneider Helge Mutschler zum Stammapostelhelfer ernannt und ihn damit als seinen Nachfolger benannt.
Im Dienst für Einheit und Vielfalt
Jean-Luc Schneider leitete die internationale Kirche seit 2013. Seine Amtszeit war geprägt von theologischer Klärung, der Weiterentwicklung des Amtsverständnisses, der Stärkung der internationalen Zusammenarbeit sowie dem Bemühen, die Kirche in einer sich wandelnden Welt weiterhin konsequent auf Jesus Christus auszurichten.
Bei der Ruhesetzung seines Amtsvorgängers dankte Stammapostel Mutschler für dessen Wirken: „In diesen Händedruck lege ich die Dankbarkeit von Millionen.“ Weiter sagte er: „Du hast die Kirche gestärkt, die Kirche internationalisiert und ihre Vielfalt zum Strahlen gebracht.“
Neuer Abschnitt, gleicher Auftrag
Helge Mutschler wurde 1974 in Tübingen geboren. Der promovierte Jurist war vor seinem vollzeitlichen Kirchendienst als Rechtsanwalt und in Leitungsfunktionen innerhalb der Selbstverwaltung steuerberatender Berufe tätig. Seinen ersten Amtsauftrag empfing er 1994; 2015 ordinierte ihn Stammapostel Jean-Luc Schneider zum Apostel. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Mit der Ordination beginnt für die Neuapostolische Kirche ein neuer Abschnitt. Ihr Auftrag bleibt unverändert: das Evangelium von Jesus Christus zu verkündigen, die Gläubigen auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten und die Einheit der Kirche zu fördern.
Aus dem Pfingstgottesdienst
Stärke zeigen im Umgang mit Schwäche
Nicht Macht, Reichtum oder Größe entscheiden über die Stärke der Kirche Christi, sondern Liebe und der Umgang mit den Schwächeren. Das hat der Stammapostel im Pfingstgottesdienst deutlich gemacht.
Pfingsten sei das Fest der Kirche Christi, erläuterte Stammapostel Jean-Luc Schneider eingangs des Gottesdienstes in Kapstadt (Südafrika) mit Blick auf das Bibelwort aus 1. Korinther 12,13. Dabei gehe es nicht um die Neuapostolische Kirche als Organisation, sondern um die Gemeinschaft aller wahrhaft Gläubigen.
Die Kirche Christi habe den Auftrag, das Werk Jesu Christi fortzuführen: Gottes Wesen, Liebe, Willen und Stärke sichtbar zu machen, Menschen zur Umkehr und in die Nachfolge Christi zu rufen, sich den Leidenden zuzuwenden und die Einheit der Gläubigen zu fördern.
Stärke nach geistlichen Maßstäben
Wie Jesus Christus während seines Wirkens auf Erden erscheine auch die Kirche Christi aus menschlicher Sicht bisweilen stark und bisweilen schwach. Ihre Stärke messe sich jedoch nicht an Einfluss, Wohlstand oder Mitgliederzahlen, sondern an Treue, Liebe und Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes.
Unter Hinweis auf die Worte Jesu „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ machte der Stammapostel deutlich, dass niemand im Namen Jesu Christi Herrschaft, Krieg oder Gewalt legitimieren könne. Ebenso sei das Evangelium nicht dazu bestimmt, materiellen Wohlstand durch Glauben, Gebet oder Opfer zu versprechen.
Einheit durch den gemeinsamen Blick
Mit Blick auf die weltweite Neuapostolische Kirche betonte Stammapostel Schneider die Vielfalt ihrer Mitglieder. Diese Unterschiedlichkeit sei nicht zufällig, sondern entspreche dem Willen Gottes.
Gleichzeitig warnte er davor, Menschen nach menschlichen Maßstäben als stark oder schwach zu beurteilen. Entscheidend für die Zukunft der Kirche sei der Umgang mit den Schwächeren. Dabei erinnerte er an den Maßstab Jesu Christi: „Was du dem Schwächsten tust, das tust du Jesus Christus.“
Stammapostelhelfer Helge Mutschler griff diesen Gedanken auf und sagte: „Einheit in der Vielfalt – das ist der Himmel.“ Der Weg dorthin liege im gemeinsamen Blick auf Christus: „Vereint im Aufschauen zu Christus.“ Der gemeinsame Pfingstgottesdienst vermittle bereits einen Eindruck davon: „Das ist der Vorgeschmack.“
Entnommen von Neuapostolische Kirche International
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