Kurz vor meiner Abreise nach Nordwestafrika erreichte mich die Nachricht, daß unser Bezirksältester i.R. Karl Steinmetz im gesegneten Alter von 86 Jahren in der letzten Nacht heimgegangen ist.
Als ich die Nachricht vom Heimgang unseres treuen Bezirksältesten erhielt, ist Schmerz und Trauer in meine Seele eingekehrt. Seit meiner Kindheit habe ich diesen Knecht Gottes gekannt und in den langen Jahren liebgewonnen und liebbehalten. Spontan habe ich gedacht: Wir werden immer ärmer - es wird immer leerer an unserer Seite. Aber solchen Gedanken dürfen wir das Wissen entgegensetzen, daß unser himmlischer Vater ja alle Dinge und alles lenkt. Und wenn der Herr nimmt, dann gibt er auch wieder. Außerdem ist unser Bezirksältester nicht von uns gegangen, er ist uns nur voraufgezogen.
Der Bezirksälteste war ein vorbildlicher Knecht Gottes, der mit ganzem Herzen dem Herrn und seinem Werk gedient hat. Dabei ist er immer bescheiden und zugleich freundlich geblieben. Auch an schwierige Aufgaben ist er im Glauben und Gottvertrauen herangegangen. Immer hat er sich im Aufschauen nach denen ausgerichtet, die ihm unser himmlischer Vater als Segensträger gegeben hatte. Im Jahre 1976 ist ihm der Bezirk Luxemburg anvertraut worden. Unter großen Opfern diente er dort in reichstem Segen, bis er im Jahre 1984 in den wohlverdienten Ruhestand versetzt wurde.
In den letzten Monaten hatten mancherlei gesundheitliche Probleme sichtbar an seinen Kräften gezehrt. Vor einigen Wochen mußte er für kurze Zeit ins Krankenhaus. Ein Sturz, wohl infolge eines Schlaganfalles, machte in der letzten Woche die erneute Einlieferung in das Krankenhaus notwendig. Nun hat ihn der Ewige aus dem Gefängnis des irdischen Leibes herausgenommen.
Wenn ich mich mit unserem Bezirksältesten verbinde, dann durchzieht neben aller Trauer doch auch Freude und Dankbarkeit mein Herz. Zugleich bin ich ein wenig stolz, daß wir im Werk Gottes solche vorbildlichen Knechte Gottes hatten und haben.
Da ich selbst durch meine Missionsreise nach Afrika verhindert bin, habe ich Apostel Kreuzberger gebeten, den Trauergottesdienst zu halten. Er findet statt am Dienstag, 25. November 1997, um 16.00 Uhr in unserer Kirche Wiesbaden, Schiersteiner Straße 40.
Unsere herzliche Anteilnahme gilt unserer lieben Schwester Pia Steinmetz. Wir wollen gerne für sie beten, daß unser himmlischer Vater ihr in diesen Trauertagen viel Kraft und reichen Trost schenkt.
Hagen Wend (RS BÄ 32/1997)
16. November 1997
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