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Zahlen, Daten, Fakten zur Geschichte des Bezirks Wiesbaden
Bezirksdaten
Gegründet: 30.08.1931 aus dem Bezirk Mainz, der aufgelöst wird
Bezirksteilung:
Bezirksfusion: 10. Juni 2012 Bezirke Koblenz und Wiesbaden zum neuen Bezirk Wiesbaden
Apostelbereich: Süd
STATISTIK 2005 2010 2015 2020 2024
Gemeinden 31 24 liegt 14 13
Mitglieder 3.892 3.924 nicht 3.318 3.152
Amrsträger 204 182 vor 128 114
Bezirksämter
ezirksälteste/Bezirksvorsteher
- 01.01.1931 – 05.08.1951 BE/BÄ/Ap Gottfried Rockenfelder
- 05.08.1950 -12.09.1953 BÄ/Ap Friedrich Bischoff
- 12.09.1953 - 01.01.1957 BA Gottfried Rockenfelder
- 01.01.1957 - 25.12.1968 BÄ Paul Müller
- 25.12.1968 - 23.03.1975 BÄ Hermann-Gottfried Rockenfelder
- 23.03.1975 – 30.12.1990 BÄ/BI Günter Corvinus
- 30.12.1990 – 01.08.2004 BÄ Manfred Jensen
- 01.08.2004 – 10.06.2012 BÄ Kraft-Gunther Körber
- 10.06.2012 – 21.05.2023 BÄ Bernd Unselt
- 21.05.2023 – 11.03.2026 Ev/Bi Matthias Schäfer
- 11.03.2026 - heute BV Hans-Dieter Laux
Bezirksevangelisten/Stv. Bezirksvorsteher
- 30.08.1931 – 05.08.1950 BE Friedrich Bischoff
- 04.12.1938 – 14.11.1956 BE Georg Heß (Bereich Darmstadt
- 26.02.1950 – 01.07.1953 BE Jakob Donecker Bereich Wiesbaden (versetzt als BÄ in Bezirk Siegen)
- 25.12.1954 - 30.03.1967 BE Friedrich Schmidt Bereich Langen (versetzt als BÄ nach Darmstadt
- 01.04.1962 - 13.11.1966 BE Rudolf Schilling (versetzt als BÄ nach Bad Hersfeld)
- 25.12.1966 – 25.12.1968 BE Hermann-Gottfried Rockenfelder
- 14.02.1973 -05.02.1975 BE Hans Wagenrad (versetzt als BÄ nach Frankfurt-West)
- 11.09.1974 - 23.03.1975 BE Günter Corvinus
- 25.12.1983 – 30.12.1990 BE Manfred Jensen
- 01.01.1997 – 21.05.20123 BE Ralf-Udo Müller
- 28.12.2003 – 01.08.2004 BE Kraft-Gunther Körber
- 01.08.2004 – 31.01.2015 BE Ehrenfried Schuran
- 10.06.2012 -24.04.2013 BE Heinz-Kurt Templin
- 05.12.2012 – 31.07.2021 BE Karl-Peter Wild
- 31.12.2014 – 11.03.2026 BE Hans-Dieter Laux
- 01.08.2021 – 21.05.2023 Ev Matthias Schäfer
- 21.05.2023 – heute SBV Benzion Müller
- 11.03.2026 - heute SBV Patrick Lanners
Ereignisse im Bezirk Wiesbaden
ausführliche Berichte finden Sie hier
Gemeindeentwicklung
Gemeinden 2005
Bezirk Wiesbaden: Wiesbaden, Wiesbaden-Biebrich, Wiesbaden-Bierstadt/Erbenheim, Wiesbaden-Dotzheim, Wiesbaden-Kostheim, Wiesbaden-Schierstein, Aarbergen-Michelbach, Bad Camberg, Bad Schwalbach, Eltville, Flörsheim, Hochheim am Main, Idstein, Limburg an der Lahn, Nastätten, Niedernhausen, Rüdesheim am Rhein, Taunusstein-Wehen, Wiesbaden-Simeonhaus
Bezirk Koblenz: Koblenz, Altenkirchen, Andernach, Bad Marienberg, Bendorf, Betzdorf/Sieg, Lahnstein, Montabaur, Nassau/Lahn, Neuwied, Pracht/Westerwald, Puderbach/Westerwald, Sinzig/Rhein
Gemeinden Ende 2024
Altenkirchen, Bad Schwalbach, Hof, Koblenz, Limburg, Montabaur, Nastätten, Neuwied, Niedernhausen, Oestrich-Winkel, Sinzig, Taunusstein, Wiesbaden
Kurzchronik von Webside des Bezirks
Kurzchronik des Bezirks Wiesbaden
Der Bezirk Wiesbaden besteht in seiner heutigen Form seit dem Jahr 2012. In diesem Jahr wurden die beiden vorherigen Bezirke Wiesbaden und Koblenz fusioniert.
Der heutige Nordbereich des Bezirks (ehemals Koblenz) – mit den Gemeinden Koblenz, Altenkirchen, Hof, Montabaur, Neuwied und Sinzig - und der Südbereich (ehemals Wiesbaden) – mit den Gemeinden Wiesbaden, Bad Schwalbach/Nastätten, Limburg, Niedernhausen, Oestrich-Winkel und Taunusstein - haben auf Grund unterschiedlicher Geschichte und auch kirchlicher Zugehörigkeit eine bis heute – zumindest in Nuancen feststellbare - unterschiedliche Prägung.
Entwicklung im Südbereich (ehem. Wiesbaden) ↑
Die neuapostolische Geschichte im Südbereich beginnt um die Wende zum 20. Jahrhundert. Über Frankfurt kommt der neuapostolische Glaube nach Mainz. Dort besteht seit 1896 eine „Apostolische Gemeinde“. Diese gehört zum „Apostolat Frankfurt“ unter der Leitung von Apostel Ruff. Ein gewisser Johann Gottfried Bischoff kommt mit zwei Militärkameraden namens Heinrich Hilmer und Jakob Bitsch mit dieser in Kontakt. Alle drei werden 1897 dort versiegelt. Im gleichen Zeitraum entsteht durch Zuzüge in Wiesbaden eine Filialgemeinde von Mainz. Bereits 1898 wird diese selbständig und erhält mit Priester Heinrich Hilmer ihren ersten Vorsteher.
(Abb1.: Hirte Hilmer mit Familie – im Hintergrund Stammapostel Bischoff)
Die ersten Jahre sind von Erfolg und Rückschlägen gekennzeichnet. In den 1920ern entstehen erste Tochtergemeinden in Vororten von Wiesbaden.
Ein massives Breitenwachstum setzt hier in den 1930er Jahren, insbesondere unter Leitung des jungen und dynamischen Vorstehers, Gottfried Rockenfelder, ein. Erste Gemeinden entstehen im Umland. Die Gemeinden gehören zum Unterbezirk Mainz; seit 1931 zum Bezirk Wiesbaden. Die Nachkriegsjahre nach 1945 sind von einem weiterem massiven Wachstumsschub gekennzeichnet. Neuapostolische Flüchtlinge aus den Ostgebieten verstärken die Zahlen, aber insbesondere eine besondere Aufgeschlossenheit weiter Teile der Bevölkerung für Gottes Wort führt in jenen Jahren zu hohen Versiegelungszahlen. Im heutigen Stadtgebiet entstehen viele neue Gemeinden; auch haben viele Gemeinden des Südbereichs ihre Gründungszeit in jenen Jahren.
Wiesbaden entwickelt sich in jenen Jahren zu einem Zentrum des neuapostolischen Glaubens in Hessen. Die 1955 gebaute Kirche in der Schiersteiner Str. fungiert als Zentralkirche für die ganze Gebietskirche. Im heutigen Stadtgebiet bestehen in jener Zeit bis zu 13 Gemeinden; allein in der Innenstadt gab es zeitweise bis zu vier Gemeinden. Demographische Veränderungen der Nachkriegsjahre und Stadtflucht lassen Gemeinden in Umland blühen, während innerstädtische Gemeinden schrumpfen.
(Abb2.: Gemeindechor Wiesbaden Anfang der 1930er Jahre)
Mit der Ruhesetzung von Bezirksapostel Rockenfelder 1983 beginnen unruhige Jahre. Konflikte um die Person des Apostels Hermann Gottfried Rockenfelder führen zu starken Spannungen, welche zur Jahreswende 1988/89 endgültig eskalieren und zur Kirchenspaltung führen, die einige Gemeinden in Wiesbaden und Umgebung besonders stark betreffen. Etliche Geschwister verlassen mit Apostel Rockenfelder die Kirche.
Seit den 1990er Jahren führen diese Gegebenheiten als auch die verstärkt auftretenden Phänomene von demographischen Wandel, Säkularisierung und Stadtflucht zu Zusammenführung von Gemeinden des Bezirks, insbesondere in Wiesbaden. Derzeit bestehen im Stadtgebiet noch zwei Gemeinden; eine davon ist jedoch dem Bezirk Mainz zugehörig.
Entwicklung im Nordbereich (ehem. Koblenz) ↑
Ebenfalls um die Wende zum 20. Jahrhundert kommt der neuapostolische Glaube in den Nordbereichs. Neuapostolische Christen aus der Region Köln missionieren in der Region. In den Jahren bis 1910 entsttehen erste neuapostolische Gemeinden. Der Nordbereich gehört somit zunächst zum Apostolat Bielefeld, damals unter Leitung des Apostels Niehaus. Auch scheint der spätere US-amerikanische Bezirksapostel Mierau in jener Zeit zu einer der Gemeinden jener Region gehört zu haben; seine erste Ehefrau stammte aus Koblenz.
Seit 1926 gehört jene Region zum neuen Apostelbezirk Düsseldorf unter Leitung des Bezirksapostels Paul Dach. Die Gemeinden gehören zum Bezirk Köln II/Bonn. Zwischenzeitlich existiert für diese Region auch der Unterbezirk Neuwied (1926-1933), bevor die Gemeinden wieder von Köln aus betreut werden. 1953 wird der Apostelbezirk Mainz gegründet und jene Region vom Apostelbezirk Düsseldorf in den neu gegründeten Bezirk Betzdorf überführt.
(Abb3.: Apostel Dach hält Gottesdienst in Koblenz)
Als es im Jahr 1955 zum Bruch zwischen dem damaligen Bezirksapostel Peter Kuhlen aus Düsseldorf und dem Stammapostel Bischoff kommt, bleibt dies in den Gemeinden des Nordens auch nicht folgenlos. Etliche Amtsbrüder und Geschwister verlassen auch dort die Kirche. 1958 wird der Bezirk Betzdorf mit dem Bezirk Mainz fusioniert. 1995 wird dieser Bezirk geteilt und der Bezirk Koblenz gegründet.
Auch im Nordbereich sind etliche Gemeinden in den letzten Jahrzehnten zusammengeführt worden.
Der Süden ist als von seiner Zugehörigkeit zum „neuapostolischen Hessen“ in Form der Apostelbezirke Frankfurt/Wiesbaden und der Bezirksapostel Ruff, Bischoff, Buchner und Rockenfelder besonders geprägt, während der Norden den Apostelbezirken Bielefeld, Düsseldorf und Mainz zugehörig war. Prägend waren hier die Apostel Niehaus, Dach, Kuhlen und Friedrich Bischoff. 1983 übernahm der badische Bezirksapostel Klaus Saur die Betreuung der Gemeinden des Südbereichs, ab 1984, nach der Ruhesetzung von Bezirksapostel Bischoff auch die Gemeinden des Nordbereichs.
Seit 2011 waren alle Gemeinden unter dem Dach der Gebietskirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland (HRS) zu Hause, die von Bezirksapostel Hagen Wend und später dann Bezirksapostel Bernd Koberstein geleitet wurde. Mit der Fusion der Gebietskirche HRS und Gebietskirche Nordrhein-Westfalen gehört der Bezirk Wiesbaden zur in 2019 neu gegründeten Gebietskirche Westdeutschland, die zunächst von Bezirksapostel Rainer Storck und seit 2024 von Bezirksapostel Stefan Pöschel geleitet wird. Derzeit gehören rund 3.100 Geschwister in zwölf Gemeinden zum Bezirk Wiesbaden.
Der heutige, seit 2012 bestehende Bezirk Wiesbaden vereint die Geschichte unterschiedlicher Gebietskirchen (Bielefeld, Düsseldorf, Rheinland-Pfalz und Hessen) und der diese Bezirke sehr unterschiedlich prägenden Bezirksapostel. Rheinische Gelassenheit trifft auf Hessische Emotionalität; Rockenfelders Spiritualität mischt sich mit Friedrich Bischoffs Liberalität. Unterschiedliche neuapostolische Glaubenskulturen wachsen hier zusammen zu einem Kirchenbezirk von Niedernhausen im Rhein-Taunus bis Sinzig im Ahrtal, von Oestrich-Winkel im Rheingau bis Altenkirchen im Westerwald.
30. August 1931
Text:
Alfred Krempf
Fotos:
Zentralarchiv
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