NRW/Aachen. Eine besondere Ehre für die Neuapostolische Kirche: In einem ökumenischen Gottesdienst im historischen Dom zu Aachen wurde sie offiziell als Vollmitglied in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen aufgenommen. Der Gottesdienst fand anlässlich der Frühjahrstagung der ACK NRW statt.
Der Aachener Dom war am Freitagabend, 21. März 2025, um 19.30 Uhr gut gefüllt, als zu Beginn des ökumenischen Gottesdienstes die Vertreter und Liturgen verschiedener Konfessionen durch den Mittelgang nach vorn zum Altar schritten. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen sowie das Bistum Aachen hatten eingeladen. Für die musikalische Gestaltung sorgte neben dem Domorganisten ein Chor der Neuapostolischen Kirche.
1.700 Jahre Konzil von Nizäa
In dem Festgottesdienst wurde an die heutige Bedeutung des Glaubensbekenntnisses von Nizäa erinnert, auf das sich vor 1.700 Jahren 318 Bischöfe aus den Kirchen der damaligen Welt geeinigt hatten. Der lippische Landessuperintendent Dietmar Arends (Detmold) bezeichnete es in der Predigt als gemeinsames Fundament und „Essenz des christlichen Glaubens“. Das Nizäanische Glaubensbekenntnis schaffe es wie kein anderes, „Christinnen und Christen aus verschiedenen Konfessionsfamilien ökumenisch zusammenzubinden“.
In seiner Bedeutung könne es kaum überschätzt werden, sagte Arends weiter. Der Landessuperintendent nahm als Vertreter für die drei evangelischen Landeskirchen (Rheinland, Westfalen, Lippe) in NRW an der ACK-Tagung teil. Mitfeiernde waren auch der koptische Bischof Anba Damian (Höxter) und der Bischof von Aachen, Dr. Helmut Dieser.
Aufnahme als Vollmitglied in die ACK
Die Vorsitzende der ACK-NRW, die rheinische Superintendentin Dr. Barbara Schwahn (Kirchenkreis Krefeld-Viersen), vollzog den feierlichen Akt der Aufnahme der Neuapostolischen Kirche in die ACK-NRW im Beisein von Vertretern der evangelischen Kirche, der katholischen Kirche, der Freikirchen sowie der Orthodoxie.
In ihrer Ansprache erinnerte sie an einen Besuch des Vorstands der ACK NRW bei Bezirksapostel Rainer Storck und Apostel Stefan Pöschel in der Kirchenverwaltung in Dortmund. „Sehr gern haben wir ihren Wunsch mitgenommen, Vollmitglied zu werden.“
Der Antrag sei weitergegeben worden und bei den weiteren Mitgliedskirchen einstimmig auf Zustimmung gestoßen, sodass bei der Herbsttagung 2024 die Aufnahme beschlossen werden konnte. Seit 2019 war die Neuapostolische Kirche bereits Gastmitglied in der ACK Nordrhein-Westfalen.
„Tragende Säulen in der ökumenischen Zusammenarbeit“
„Unsere Tagungen wären ohne Ihre Beteiligung ärmer, insbesondere was die kirchenmusikalische angehe“, schmunzelte die ACK-Vorsitzende. Auch immer mehr lokale Arbeitsgemeinschaften würden die Neuapostolische Kirche in diesen Tagen als Vollmitglied aufnehmen, nicht zuletzt die ACK Aachen Ende 2024.
„Ich erlebe: Sie sind besonders engagierte Geschwister“, so Barbara Schwan. Vielerorts seien neuapostolische Christen tragende Säulen der ökumenischen Zusammenarbeit, das freue sie sehr, so die evangelische Theologin. In einem Gebet bat sie Gott um Hilfe bei den gemeinsamen Schritten aufeinander zu. „Stärke uns auf unserem gemeinsamen Weg der Nachfolge!“
Per Handschlag begrüßte die Vorsitzende die Vertreter der Kirche symbolisch als Vollmitglieder in der ACK. Vor Ort mit dabei waren neben den beiden Delegierten Ulrich Hedtfeld und Udo Bilgard auch Apostel René Follmann als Vertreter der Kirchenleitung sowie Bischof i.R. Peter Johanning als Ökumene-Beauftragter, der auch liturgisch im Gottesdienst mitwirkte.
Der NAK-Delegierte, Bezirksältester i.R. Ulrich Hedtfeld (Dortmund), sagte, es sei eine große Freude, auch offiziell und formal als Vollmitglied zur Familie der Christen dazuzugehören. Er bedankte sich für die wertschätzende Annahme in den sechs Jahren der Gastmitgliedschaft. Das Jahresmotto der Kirche in 2025 laute „Es ist Zeit, Gutes zu tun!“. „Das wollen wir auch in die ACK einbringen.“
Frühjahrstagung der ACK NRW
Der Ökumenische Gottesdienst war ein Höhepunkt der Frühjahrstagung der ACK-NRW. Diese hatte mit einer thematischen Einführung zum Konzil von Nizäa begonnen. Anschließend sprachen sich führende Kirchenvertreter in einem Podiumsgespräch dafür aus, die Bedeutung des Konzils von Nizäa für die Gemeinschaft von Kirchen und in der Gesellschaft erkennbar zu machen. Das Bekenntnis sei, so Bischof Damian, eine Art Verfassung des gemeinsamen Glaubens. „In der gegenwärtigen Zeit müssten die Stimmen der Kirchen wieder mehr Gehör finden“, betonte er.
Dabei gehe es nicht darum, „Jesus als Hero oder Leader darzustellen, sondern als Mensch, geleitet von Gott und von Hoffnung", sagte der Aachener Bischof Helmut Dieser von der Katholischen Kirche und warb für mehr Ökumene zwischen den Kirchen auf der Basis des gemeinsamen Christusbekenntnisses.
Für mehr Zusammenarbeit zwischen den christlichen Kirchen sprach sich ebenso die orthodoxe Theologin Dr. Marina Kiroudi (Griechisch-Orthodoxie Metropolie von Deutschland) aus. Die Chance liege darin, in der Gemeinschaft der Kirchen als öffentliche Kraft zu wirken und eine globale Dimension zu entfalten. In einer multireligiösen Welt "müssen wir ernsthaft über unseren Glauben sprechen", sagte der Bonner Theologieprofessor Dr. Klaus von Stosch bei der Tagung. Er rief dazu auf, den Dialog mit dem Islam zu vertiefen.
Die ACK NRW
In der regionalen ACK-NRW sind 31 Kirchen zusammengeschlossen. Sie besteht seit mehr als 50 Jahren. Zu ihren Aufgaben gehören gemeinsames Handeln und Zeugnis ablegen, Begegnung und theologische Gespräche fördern sowie der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden sowie die Bewahrung der Schöpfung.
Auch in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland hat die Neuapostolische Kirche einen Antrag auf Vollmitgliedschaft gestellt. Entschieden wird darüber in den nächsten Jahren. In den regionalen ACK ist die Neuapostolische Kirche Westdeutschland neben der ACK NRW auch Vollmitglied in der ACK Hessen-Rheinhessen (seit November 2024). In der ACK Südhessen besteht seit Oktober 2019 eine Gastmitgliedschaft.
Aufnahme der Neuapostolischen Kirche in die ACK NRW als Vollmitglied
25. März 2025
Text: Dirk Johnen, Frank Schuldt
Fotos: Frank Schuldt, Andreas Steindl
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PDF-Version
25. April 2025
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